Berufsbild-Logopädie

Logopädie-Lohmann

1. Einleitung
Der Beruf der Logopädin / des Logopäden gehört zur Gruppe der nicht- ärztlichen Medizinalfachberufe. Aufgabe eines Logopäden ist es, durch gezielte Behandlung die Kommunikationsfähigkeit von Patienten aller Altersstufen (Säuglinge, Vorschul- und Schulkinder, Jugendliche und Erwachsene) aufzubauen, zu verbessern oder wiederherzustellen. Im Rahmen der Früherkennung nehmen auch präventive Maßnahmen einen immer größeren Raum ein.

Seit Oktober 1980 ist das Berufsbild der Logopäden gesetzlich geregelt und die Berufsbezeichnung „Logopädin/ Logopäde“ gesetzlich geschützt.

II. Aufgaben und Tätigkeitsmerkmale
Logopäden arbeiten in ihrem Bereich selbständig und eigenverantwortlich. In enger Zusammenarbeit mit dem Arzt und auf dessen Verordnung erheben sie eingehend die spezifische Vorgeschichte (Anamnese) und den logopädischen Befund (Befunderhebung). des Patienten, wozu inzwischen eine Vielzahl von objektiven Untersuchungs- und Testverfahren zur Verfügung stehen.

Aus den verschiedenen therapeutischen Konzepten wählen Logopäden schließlich das für den jeweiligen Krankheitsfall und die Persönlichkeit des Patienten geeignete Verfahren aus und führen unter Beobachtung und Berücksichtigung der auftretenden Veränderungen die Behandlung mit dem Patienten durch (Therapie). Sie bezieht sich auf die störungsspezifischen Merkmale der jeweiligen Krankheit, auf die individuelle Befindlichkeit des Patienten und auf seine psychosoziale Situation. Ein patientenorientierter störungsspezifischer Therapieplan wird mit Patienten und Angehörigen abgesprochen. Die Beratung von Angehörigen ist Teil der logopädischen Therapie und wirkt sich auf die Durchführung der Therapie und ihren Erfolg aus.

Um die Kommunikationsfähigkeit und die sozialen Möglichkeiten des Patienten zu verbessern, wird die psychosoziale Situation in die Therapie miteinbezogen. Bei vielen kindlichen Sprachstörungen und Stottern kann Elternarbeit – die Beratung und das Training der Eltern den Schwerpunkt der Therapie darstellen. Die logopädische Therapie wird krankheitsspezifisch einzeln mit dem Patienten oder in Gruppen durchgeführt.

Zum Aufgabenbereich der Logopäden zählt auch die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden unter der Einbeziehung aktueller medizinischer, sprachwissenschaftlicher, psychologischer und pädagogischer Erkenntnisse.

Logopädische Krankheitsbilder

I. Einleitung

Logopäden behandeln Sprach-, Sprech-, Stimm-, Hör- und Schluckstörungen aller Altersgruppen.

Unser Team behandelt des weiteren Lese- Rechtschreibstörungen (Legasthenie).

Die Behandlung schließt immer eine eingehende Beratung bzw. das Training der Angehörigen mit ein.

II. Sprachstörungen

  • Sprachentwicklungsverzögerungen und Sprachentwicklungsstörungen
    mit Dysgrammatismus und Wortschatzdefiziten im Kindesalter
  • Organische Sprachstörungen bei Erwachsenen (Aphasien) z.B. nach Schlaganfall

III. Sprechstörungen

  • Störungen der kindlichen Lautbildung (Dyslalie), z.B. Lispeln
  • Störungen des Sprachablaufs bei neurologischer Erkrankung im Kindes- und Erwachsenenalter

 

IV. Stimmstörungen

  • Organische, funktionelle und psychogene Stimmstörungen bei Kindern und Erwachsenen z.B. Dysphonien, Stimmlippenlähmung, funktionelle Fehlbelastung der Stimme, Zustand nach Kehlkkopfoperationen und Kehlkopfentfernung (Laryngektomie)
  • Funktionelle und organische Stimmklangveränderungen (Rhinophonien) bei Kindern und Erwachsenen, z.B. bei Lippen- Kiefer- Gaumenspalten

V. Schluckstörungen

  • Organische Ess-, Trink- und Schluckstörungen (Dysphagien) bei Kindern und Erwachsenen, z.B. bei neurologischen Erkrankungen oder Missbildungen im Mund- Rachenraum
  • Funktionelle Fehlfunktion der Zunge bei Kindern, häufig begleitet bei kieferorthopädischen Problemen

VI. Hörstörungen

  • Kombinierte Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen bei hörgeschädigten Kindern und Erwachsenen, z.B. bei angeborenen Erkrankungen des Innenohrs, entzündlichen Erkrankungen des Mittelohres und des Gehirns nach Hörsturz bei Erwachsenen
  • Auditive Wahrnehmungsstörung (z. B. LRS / Lese- und Rechtschreibschwäche)