Entlassung ins Ungewisse; Das Entlassmanagement kommt mit realitätsfernen Regeln für Heilmittelrezepte

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Entlassung ins Ungewisse; Das Entlassmanagement kommt mit realitätsfernen Regeln für Heilmittelrezepte

Das sogenannte Entlassmanagement gilt nun erst zum 01.Oktober 2017 und nicht, wir ursprünglich geplant, ab 01.Juli 2017. Das hat die kassanärztliche Bundesvereinigung (KBV) in einer Pressemitteilung bekanntgegeben. Die Verzögerung rührt daher, dass KBV, GKV-Spitzenverband und Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sich nicht auf alle Punkte der Vereinbarung einigen konnten und ein Schiedsgericht einschalteten.

Den Rahmenvertrag, den die Patienten im Oktober 2016 festlegten, ergänzt der Schiedsspruch um eine Änderungsvereinbarung zu einigen strittigen Punkten. Sie legt nun unter anderem fest, dass Ärzte in einer Übergangszeit im Feld „Arzt-Nr.“ statt der lebenslangen Arztnummer (LANR) eine Fachgruppennummer auf der Verordnung angeben können. Die DKG hatte zuvor vor einem „bürokratischen Monster“ gewarnt, bräuchten alle Krankenhaus-Ärzte direkt eine LANR.

Krankenkaus-Verordnungen sind für Therapeuten unpraktikabel  Ziel des Entlassmanagements ist, dass Krankenhäuser Patienten eine lückenlose Versorgung nach dem Klinikaufenthalt ermöglichen. Zu diesem Zweck können Krankenhausärzteab Oktober neben Krankschreibungen, Entlassplänen und Arzneimittelrezepten auch Heilmittelverordnungen ausstellen. Allerdings müssen Patienten die Heilmitteltherapie dann spätestens sieben Tage nach Ausstellen des Rezeptes beginnen und zwölf Tage nach Ausstellen des Rezeptes abgeschlossen haben.

Es ist mehr als fraglich, ob Patienten in diesem kurzen Zeitraum Termine in einer Heilmittelpraxis finden. Das wird umso problematischer, wenn sich in die Verordnung noch Formfehler einschleichen – und Krankenhausärzte müssen die dieselben Vordrucke verwenden, die auch niedergelassene Ärzte nach wie vor nicht immer korrekt ausfüllen.

Keine neuen Regeln für zahnärztliche Kliniken  Das Entlassmanagement enthält keine neuen Regelungen für Verordnungen durch Zahnärzte. Zahnärztliche Kliniken können also weiterhin nur Heilmittel verordnen, wenn sie dafür eine Ermächtigung haben.

Quelle: up-Unternehmen Praxis 08/2017 vom Buchner und Partner Verlag

 

 

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