Heilmittel-Richtlinie für Zahnärzte

HELP-Zentrum für Logopädie und Lernförderung

Heilmittel-Richtlinie für Zahnärzte

Zahnärzte können sich nun an klaren Regeln orientieren, wenn sie Physiotherapie und Logopädie verordnen:

Zum 01.Juli 2017 gilt die neue Heilmittel-Richtlinie für Zahnärzte. Keine Richtgrößen oder sonstige Budgets stehen der bedarfsgerechten Verordnung von Heilmitteln im Weg. Jetzt müssen Zahnärzte und Therapeuten nur gut zusammenarbeiten, um ihre Patienten mit Heilmitteltherapie zu versorgen.

Laut SGB V haben Versicherte einen Anspruch auf die Versorgung mit Heilmitteln, auch im Rahmen einer zahnärztlichen Behandlung. Bisher erlaubte der Bundesmantelvertrag Zahnärzte solche Verordnungen, solange sie medizinisch notwendig waren und die Wirtschaftlichkeit beachtet wurde. Die Heilmittel-Richtlinie gibt nun konkrete Regeln vor.

Klare Vorgaben, keine Budgetgrenzen Alle Leistungen der GKV unterliegen dem sogenannten „Wirtschaftlichkeitsgebot“ gemäß §12 SGB V. Um dem beim Verordnen von Heilmitteln zu genügen, müssen Zahnärzte sich lediglich an die Spielregeln der Heilmittel-Richtlinie halten und Verordnungen formal korrekt ausfüllen. An ein Budget sind sie nicht gebunden, es gibt hier weder Heilmittelausgabenvolumen noch Richtgrößen. Ansonsten ist alles wie gehabt.: Die HeilM-RL ZÄ legt fest, dass ein Behandlungsfall, definiert durch eine festgestellte Indikation, in Form von mehreren aufeinanderfolgenden Verordnungen behandelt wird. Die möglichst sehr konkrete Indikation können Zahnärzte auch in Zusammenarbeit mit den behandelnden Therapeuten während des laufenden Behandlungsfalls weiterentwickeln. Erst- und Folgeverordnung sind Verordnungen im Regelfall und werden im Heilmittel-Katalog hinsichtlich Art und Menge des gewählten Heilmittel detailliert beschrieben. Besteht darüber hinaus noch Behandlungsbedarf, kann eine Verordnung außerhalb des Regelfalls erfolgen. Das geht bei Zahnärzten relativ problemlos, denn anders als im vertragsärztlichen Heilmittel-Katalog ist es dafür nicht nötig, von einer in die nächste, also „höhere“, Diagnosegruppe zu wechseln.

Verordnungs-Tipp: Manche Diagnosen können unterschiedlichen Diagnosengruppen zugeordnet werden. Raten Sie Ihrem verordnenden Zahnarzt, lieber die Diagnosegruppe zu verwenden, die im Regelfall eine höhere Gesamtverordnungsmenge zulässt. So kann er ohne weitere Begründung mehr Behandlungseinheiten verordnen.

 

Quelle: up-Unternehmen Praxis vom Buchner und Partner Verlag, Ausgabe 07/17

 

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