Nachsorge bei Schlaganfall

HELP-Zentrum für Logopädie und Lernförderung

Nachsorge bei Schlaganfall

Experten bemängeln die Schlaganfall-Nachsorge in Deutschland. Ein Teil der Lösung können Heilmittelerbringer sein, wenn sie sich in interdisziplinäre Netzwerke einbringen und Ärzte zu den passenden Heilmittelverordnungen beraten.

Schlaganfall-Patienten erhalten in Deutschland häufig keine geeignete Nachsorge-das bemängelte die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft(DSG) auf ihrer Pressekonferenz anlässlich des Weltschlaganfalltags am 29.Oktober 2017.

„Trotz effektiver Therapieoptionen bleiben nach einem Schlaganfall häufig chronische Probleme wie Lähmungserscheinungen und Sprachstörungen zurück“, zitiert eine Pressemeldung der DSG deren 3. Vorsitzenden Professor Dr.med.Armin Grau. Stürze, ein relevanter kognitiver Abbau sowie Ängste und Depressionen seien weitere häufige Beeinträchtigungen. Die DSG plädiert deshalb für ein interdisziplinäres Nachsorgenetzwerk, in dem Hausärzte, Kliniken und  speziell geschulte Pflegefachkräfte, sogenannte Stroke Nurses, intensiv zusammenarbeiten.

Heilmittelerbringer in die Schlaganfall-Nachsorge einbinden Wen die DSG an dieser Stelle nicht erwähnt, sind die Heilmittelerbringer. Ergotherapeuten, Logopäden und Physiotherapeuten spielen in der Nachsorge von Schlaganfall-Patienten eine entscheidende Rolle. Ihre Therapie wirkt chronischen Beeinträchtigungen wie Sprachstörungen und Einschränkungen der kognitiven und motorischen Fähigkeiten entgegen und hilft, die Selbständigkeit der Betroffenen zu erhalten und zu verbessern. Den Schlaganfall-Patienten käme es sicher zu Gute, wenn dieser Aspekt ihrer Behandlung in interdisziplinäre Netzwerke mit einflösse.

Heilmittelerbringer können versuchen, sich aus eigener Initiative heraus in ein zukünftiges Nachsorgenetzwerk einzubringen-und zum Beispiel auf ihre Verbände zugehen und sie darum bitten, die DSG auf eine Kooperation anzusprechen.

Ärzte können effektive Therapien verordnen-ohne Regressgefahr  Wie Armin Grau von der DSG sagt, bestehen bereits effektive Therapieoptionen-die aber zu selten genutzt werden. Das liegt vermutlich auch daran, dass Ärzte betreffende Heilmittelverordnungen zu zögerlich ausstellen. Um das zu ändern, können Therapiepraxen auf ihre verordnenden Ärzte zugehen und sie über die Möglichkeiten der Verordnung informieren. Sie sollten ihnen vor allem die Regress-Angst nehmen: Ärzte können bei den Diagnosen zu „Folgen eines Schlaganfalls“ bis zu ein Jahr nach dem akuten Ereignis extrabudgetär Physiotherapie, Ergotherapie sowie Logopädie verordnen. Die Erkrankung steht in der Liste der Diagnosen mit besonderem Versorgungsbedarf in Anhang 2, Anlage 1 der Rahmenvorgaben von KBV und GKV-Spitzenverband zur Wirtschaftlichkeitsprüfung.

 

Quelle: up-Unternehmen Praxis

Buchner und Partner GmbH Verlag

Ausgabe 12/2017

 

 

 

 

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may use these HTML tags and attributes:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>